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Category: Politik

Die Coronakrise wird mit dem Zwang zum Homeoffice missbraucht.

Das Misstrauen der Firmen

Vor nicht allzulanger Zeit, bis Ende 2019 haben die Firmen Telearbeit gemieden wie das Weihwasser. Selbst im IT-Umfeld, wo selbständiges, konzentriertes Arbeiten vorausgesetzt wird, und oft ein hinreichender Netzzugang ausreichen würde, wurden die Mitarbeiter ins Büro gezwungen. Man hat sich vor Minderleistern gefürchtet. Artikel in der Welt: Die Bremser sitzen im mittleren Management. Die Vorgesetzten haben um ihre Kontrollmöglichkeiten gebangt, Anwesenheit war oft wichtiger, als das Ergebnis.

Not macht erfinderisch

Mit der Ausgangssperre und dem Versammlungsverbot (Lockdown) war alles anders. Plötzlich wurde improvisiert und seitens der Firmen wurden Dinge erlaubt, die früher undenkbar waren. Dazu gehörte auch der systematische Rechtsbruch der Arbeitsgesetze zur Telearbeit, der Bruch der DSGVO, der Bruch der Verpflichtung zur Einhaltung der Vertraulichkeit, Gefährdung der IT-Sicherheit, ich verweise auf die Sicherheitslücken und Spionageschnittstellen in Skype, Webex, Zoom etc. Wir Mitarbeiter haben mitgemacht, um unseren Arbeitsplatz nicht zu verlieren.

Was das Management daraus gelernt hat

Viele News der gleichgeschalteten Medien wie Stern (Stern, 22.05.2020,Homeoffice als Dauerlösung? Marc Zuckerberg plant Zukunft bei Facebook) oder sogar Heise (Auf Wiedersehen, Homeoffice? Die Tücken der Bürorückkehr), FAZ, Zeit etc. loben im Auftrag der Arbeitgeber "Homeoffice", was bei uns in Deutschland Heimarbeit, im Fachjargon Telearbeit heißt. Nur wenige Medien reflektieren auch die Probleme, die da entstehen. Beispielsweise der Focus vom 30.04.2020, sehr oberflächlich (Jeder Dritte fürchtet um seine Gesundheit: Viele Deutsche haben genug vom Homeoffice)

Im Artikel Gewinnsprung dank Home Office/ Wo Mitarbeiter flexibel sind, steigt die Produktivität der Wirtschaftswoche wird das anfangs zitierte Misstrauen der Firmen deutlich wiederlegt. Mit dieser Erfahrung und dem immensen wirtschaftlichen Druck bewegen sich plötzlich auch Entscheidungsträger in Firmen.

Fiktive Management-Aussage: "Wenn die Arbeit auch effektiv von Zuhause aus funktioniert, warum sollen wir die Mitarbeiter wieder ins Büro lassen? Es geht doch auch so, und die US-Firmen wie Apple, Google, Amazon machen es doch vor. Das machen wir jetzt auch." 

Wie üblich, übers Ziel hinaus geschossen. Und so kommt es nun auch...

Der Missbrauch der Coronakrise.

Jeder größere Konzern predigt nun plötzlich, dass Homeoffice doch auch funktioniert. Was früher undenkbar gewesen sei, wäre nun kein Problem und würde "bestens" funktionieren. Was für eine perverse und raffinierte Argumentation.

Anstelle seitens der Firmen die Büros mit entsprechenden Konzepten schnellstmöglich klug zu öffnen, spielen alle auf Zeit und versuchen die Mitarbeiter maximal lang zu Hause zu lassen. Dies ist nur ein Anfang, die Coronakrise wird als Impuls benutzt, um Mitarbeiter dauerhaft aus den Büros zu werfen oder deren Bürozeiten so zu marginalisieren, dass es einem Rauswurf gleichkommt. Ich musste mir die Ankündigung anhören, wir würden frühestens Ende des Jahres wieder ins Büro kommen dürfen. Und dann auch nur noch abwechselnd, es war die Rede von vielleicht einem Tag pro Woche im Büro.

Bisher wurde das kaum wirklich reflektiert. Hier ein Artikel von t3n "Warum das, was wir gerade machen, eben kein Homeoffice ist", es gibt also noch andere, die das durchschauen.

Was dagegen spricht.

Normalerweise ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitsumgebung bereitzustellen. Mit Homeoffice, Geschmacksrichtung Corona, wird das einfach umgedreht. Jetzt soll plötzlich der Arbeitnehmer die Produktionsmittel bereitstellen, um seine Arbeitskraft einzubringen. Was sind hier die Produktionsmittel für Büroarbeit? Na was wohl, das sind Arbeitszimmer, die dafür anfallende Miete (!), die Büromöbel und IT-infrastruktur. Der Arbeitgeber erklärt dann, dafür müsse und darf man nicht mehr ins Büro kommen, man wäre flexibler und spare Fahrtkosten und Zeit.

Warum zur Hölle soll ich einen Arbeitsraum zuhause eigenfinanziert bereitstellen, statt dass meine Firma dafür sorgt? Das ist mit meinem Gehalt nicht abgedeckt. Ich will nicht zurück in die vorindustrielle Zeit, in der die Fabrikarbeit auch zuhause stattfand. Ja, ich denke gerne über den Tellerrand, das selbe Problem haben z.B. Lehrer auch. Die wissen das von Anfang an und können das damit besser einplanen. Ich hingegen müsste umziehen in eine größere Wohnung mit einem Zimmer mehr, damit ich ein eigenes Arbeitszimmer (Büro) hätte. Das bedeutet für mich, von 4 auf 5 Zimmer aufzurüsten.

Echte 5-Zimmer-Wohnungen sind hier rar, und sehr teuer (mit 2K€ geht es los). Diese Wohnungen belegt das linksrotgrün-gutmenschliche politische Gesindel hier in Erlangen lieber mit extra eingeflogenen oder eingeschleusten arabischen, türkischen und afrikanischen Wirschaftsflüchtlingen (siehe EFIE und auch Artikel dazu in den Erlangen Nachrichten). Wer zahlt MIR denn den Umzug, die zusätzliche Miete und Nebenkosten? Warum bin ich weniger Wert als ausländische Flüchlinge? Aber das ist ein anderes Thema, siehe >hier.

Zurück zu den Belastungen als "Heimarbeiter". Familien mit Kindern sind an dieser Stelle gleich mehrfach Opfer. Wir erleben einen Betreuungs-Spagat im beengten Heim, oft ohne die notwendigen räumlichen und technischen Rahmenbedingungen. Ich kann an anderen Familien die Auswirkung der fehlenden Betreuungen der Kleinkinder sehen. Das Geschrei nimmt zu... Die linksgrünfeministischen Spinner (siehe TAZ Artikel, aber auch überall anders) schieben die Schuld dann auf gewalttätige Männer. So ein Blödsinn. Den GenderSpinnern gehört der Geldhahn abgedreht.

Fehlende Medienkompetenz: Ich erlebe das fast totale Versagen der Schulen bei der digitalen Stoffvermittlung. Man sehe nur die ständig zusammenbrechende Bastel-Platform MEBIS. Nur Hausaufgaben aufgeben und einmal pro Woche eine kleine Zoom-Session für ein Hauptfach, weil die Lizenzen nicht reichen, wie das bei meinen Kindern derzeit geschieht ist halt kein Unterricht. Das dürfen wir Eltern dann ausgleichen. Was wenn Eltern das nicht können? Dann versagen die Kinder in der Schule.

Ich kann meine Termine nicht nach 9-to-5 einteilen, wenn wir uns international abstimmen müssen. Da reagiere ich flexibel. Um es einmal zu verdeutlichen, wenn ich ein Gespräch über Kontinente hinweg führe, z.B in die USA am Abend, das ist für die dann morgends, und das im Wohnzimmer, dem einzig möglichen Raum dafür, und dabei sitzt meine Familie hinter mir am Tisch und isst Abendbrot, wie glaubt Ihr, kommt das an? Einmal geht das schon, zweimal eventuell auch, beim wievielten Mal glaubt Ihr, steigen die mir dann durchaus zu Recht aufs Dach? Andere haben das gleiche Problem in der Früh mit China und Indien, andere beides, so wie ich.

Wandel der Arbeitswelt.

Muss ich mich fragen lassen, ob ich unflexibel bin, und den technischen Entwicklungen nicht Rechnung tragen kann? Nein natürlich nicht! Um solch unfairen und saublöden Argumenten gleich das Wasser abzugraben, einige Antworten.

1. Bestehende Lösungen mit Notebook und Monitoren brauche Platz, den man in der Wohnung oft nicht hat. Wer keinen Arbeitsplatz von der Familie getrennt einrichten kann, sei es auch nur ein "cubicle", hat schon verloren. Wenn das "Cubicle" Teil des Lebensraums der Wohnung ist, also ein Abteil im Wohnzimmer, oder der Essdiele, dann klappt es immer noch nicht. Selbst mit VR/AR Umgebung muss ich bei Telefonaten oder Videokonferenzen immer noch laut sprechen, was Vertraulichkeit und Datenschutz bricht, weil ich Mithörer habe. Ich z.B. bestehe auf minimal zwei 24" Monitoren, mehr ist produktiver, weniger ist inakzeptabel für meine derzeitige Arbeit.

2. Die IT-Infrastruktur ist in Deutschland einfach sauschlecht. Es fehlt an Netzkapazität, wir brauchen endlich flächendeckend Glasfaseranschluss und nicht in der Geschmacksrichtung ADSL sondern SDSL, sonst kriegen wir unsere Arbeitsergebnisse nicht schnell genug ins Netz gepumpt. In Erlangen wird das systematisch verhindert von Politik, Telekom und Mitbewerbern. Die Politik kümmert sich lieber um klimawandel, Flüchtlinge und so Zeuchs.

3. Es fehlen dafür derzeit die technischen Mittel für eine wirkliche digitale Arbeitsumgebung. Derzeit kenne ich keine einzige brauchbare VR/AR-Umgebung für den Heimarbeitsplatz. Meine eigenen Erfahrungen mit VR-Brillen wie der HTC Vive oder PIMAX 4K, und PIMAX 5K+ (dazu ein andermal mehr davon) zeigen auf, dass das für einen vollen Büroarbeitstag noch lange nicht taugt. Die Brillen kann man nur ein, zwei Stunden höchstens am Stück tragen, sie sind wesentlich stärker belastend als ein normaler Bildschirmarbeitsplatz. Die Softwareumgebung ist an Steam (Valve) gebunden und optimiert für Home Entertainment, nicht für produktives Arbeiten. Andere Lösungen kenne ich nicht, oder sie sind Spezialanwendungen wie CAD vorbehalten. Die Hololens Lösung von Microsoft ist halt auch für Sniper entwickelt worden, und nicht fürs Büro, was auch imnmer Microsoft da so an Werbelügen verteilt.

Parallele Internationalisierung und gleichzeitigen Entgrenzung von Arbeit und Privatleben ist toxisch

Ich frage: Warum soll ich auf das Niveau von Entwicklungsländern, Diktaturen oder Staaten mit höchst asozialen Arbeitsbedingunmgen wie die USA zurückgehen, und für meinen Arbeitgeber rund um die Uhr hauptsächlich von Zuhause aus erreichbar sein und auch so arbeiten? Die Entgrenzung von Arbeit und Privatsphäre belastet mich und meine Familie. Ja, es ist die eigene Verantwortung, mit der eigenen Zeit entsprechend umzugehen. Andererseits hatte die strikte Trennung von Arbeit und Privat auch einen immensen Wert, die Erholungszeiten konnten nur in Notfällen gestört werden. Nun, mit der parallelen Internationalisierung und gleichzeitigen Entgrenzung von Arbeit und Privatleben wird das durch die Ansprüche der Partner aus dem Ausland einfach aufgehoben. Ich sehe seitens der Parteien und Gewerkschaften keinen Ansatz oder auch nur den Willen, das zu verstehen oder anzugehen. An denen ist ja schon die Digitalisierung komplett vorbeigegangen, die befinden sich heute noch im "Neuland" von vor 20 Jahren.

Ansätze und Forderung

"Pandemie-Office" statt "Homeoffice" als Dauerlösung? Das hättet Ihr wohl gerne.

Wer Telearbeit verlangt, muss die Randbedingungen schaffen. Gebt mir die Ziele, dann gebt mir auch die Mittel dafür.

- Ordentliche Netzwerk-Infrastruktur: Glasfaser für alle

- Schafft mehr Wohnraum, z.b. Büroräume in besten Lagen zu Wohnungen umwandeln und dann die Mitarbeiter einziehen lassen.

- Verbessert die IT Infrastruktur und stellt die digitalen Umgebungen bereit, da ist noch sehr viel zu tun und zu verbessern

- treibt die virtuellen Büro-Lösungen voran (AR / VR)

- reguliert die Entgrenzung mit geeigneter Zeiterfassung und digitaler Zeitmanagement Unterstützung.

Einen Schönen digitalen Arbeitstag noch

 

Der Artikel enthält Spuren von Satire.