Diesmal keine Buch- sondern eine Filmrezension. Nach länerer Zeit habe ich dann doch aus Neugier Interstellar als Bluray gekauft. Die Kritiken haben den Film in allerhöchsten Tönen gelobt. Hier nun meine Rezension und durchaus stark gefärbte Kritik.

Die Geschichte beginnt in Amerika, wo sonst. Die Welt wird durch Rostpilze, die nahezu alle Nutzpflanzen befallen, in Hungersnot gestürzt. Zur Zeit gedeiht nur noch Mais. Umweltkatastrophen sorgen für andauernde Staubstürme. Mangelnde Ressourcen sorgen für Verarmung und Rückfall der Technologie. Cooper, ein ehemaliger Pilot der NASA schlägt sich mehr schlecht als recht als Farmer durch. Seine Frau ist wegen mangelhafter medizinischer Versorgung gestorben. Sohn und Tochter werden mit vom Großvater betreut. Geisterhafte Erscheinungen wie in Mustern herausfallende Bücher im Kinderzimmer erschrecken die kluge Tochter. Sie deutet die Zeichen als Botschaften. Zuerst glaubt Cooper dies nicht, dann entschlüsseln sie jedoch gemeinsam GPS-Koordinaten. Dort angekommen werden beide gefangengenomen, es handelt sich um einen letzten NASA-Stützpunkt. Da steht ein Raumgleiter. Cooper wird mehr oder weniger als Pilot zwangsverpflichtet. Der führende Wissenschaftler Dr. Brand verfolgt ein ehrgeiziges Ziel, die Welt zu retten. Ein beim Saturn entdecktes Wurmloch wurde benutzt, um dahinter in einer anderen Galaxie mittels mehrer Expeditionen nach Ersatzplaneten zu suchen. Nun soll mit einem im Erdorbit geparktem Raumfahrzeug ebenfalls durch das Wurmloch geflogen werden, um mit den mitgenommenen in Kryostase gehaltenen Embryonen neue Kolonien zu gründen. Mit den Ergebnissen aus dem dahinterliegenden Schwarzen Loch soll die Menschheit gerettet werden. Die schöne Tochter Amelia Brand des Wissenschaftlers fliegt natürlich mit. Der Abschied von der Familie gestaltet sich als Drama, die Tochter Murph´ verkraftet den Abschied nicht. Sie erhält wieder eine geisterhafte Botschaft, aber zu spät, der Vater hört nicht zu. Interessant sind die zwei eigenwillig designeten Roboter, die künstliche Intelligenz besitzen. Nach zweijährigem Kälteschlaf erreicht die Expedition das Wurmloch. Bei der Durchreise berührt Amelia den Rand des Wurmlochs, was später eine kleine Rolle spielt. Drei Planeten im Umfeld des dahinterliegenden Schwarzen Lochs sind zu untersuchen. Bedingt durch den Relativitätseffekt vergeht dort die Zeit bereits langsamer. Auf der ersten Welt, einer wasserbedeckten Welt wird nach den Expeditionsteilnehmern gesucht. Leider sorgen Gezeiten für hundert Meter hohe Flutwellen. Die haben auch die erste Expedition ausgelöscht. Damit ist der Planet nicht für Leben geeignet. Ein erstes Opfer der Crew bleibt zurück, durch eine Flutwelle getötet. Wegen des Verzugs von wenigen Stunden auf dem Planeten vergehen im Raumschiff mehr als 20 Jahre für den zurückgebliebenen, der die Zeit teils im Kälteschlaf verbracht hat.

Nun muss sich die Mannschaft entscheiden, da sie nicht mehr genug Treibstoff für den Besuch der beiden Planeten hat. Amelia will zu ihrem Geliebten auf die eine Welt, die Daten der anderen Welt klingen aber vielversprechender.

Der Besuch des scheinbar besseren Planeten führt zu einer Eis-Gas-Welt ohne festen Boden. Der gelandete Wissenschaftler ist verrückt geworden, hat die Daten gefälscht, um gerettet zu werden. Die Crew lässt sich austricksen, ein Mann wird getötet, der Verrückte startet mit einem Shuttle und zerstört einen Teil des Raumschiffs, bevor er in den Weltraum geblasen wird. Wieder kann sich der Rest der Manschaft nur knapp retten und das halbzerstörte Raumschiff erreichen.

Aufgrund der Zerstörung ist die Mission nun gescheitert, weder Rückflug noch der dritte Planet sind scheinbar erreichbar. Cooper opfert einen Roboter und sich selbst und stürzt sich in der Ereignishorizont des Schwarzen Lochs. Er will versuchen, Daten zu sammeln und daraus zu senden, um auf der Erde die Theorie weiterentwickeln zu können und dort technologische Lösungen zu erreichen. Durch sein Opfer kann Amalie dem Schwarzen Loch entkommen und doch noch zum dritten Planeten gelangen. Ihr Geliebter dort ist jedoch bereits tot.

Cooper erlebt nun im schwarzen Loch ein Wunder. Eine weiterentwickelte Zivilisation erlaubt ihm, per Gravitation Einfluss auf die Vergangenheit zu nehmen. Er ist selber der Geist, der seiner Tochter Botschaften aus dem Schwarzen Loch gesendet hat und senden wird. Per Morsezeichen über eine Gravitationswirkung auf den Sekundenzeiger einer Uhr übermittelt Cooper die Ergebnisse an seine inzwischen erwachsene Tochter aus dem Schwarzen Loch und diese entwickelt daraus Lösungen, die das Überleben der Menschheit ermöglichen. Cooper erkennt nun, dass die Menschheit der Zukunft das schwarze Loch für ihn so präpariert hat, damit er seiner Tochter die Botschaft schicken kann. Nach getaner Arbeit werden er und sein Roboter am Rand des Wurmlochs im Sonnensystem der Erde gefunden und gerettet. Er sieht seine Tochter Murph noch kurz vor ihrem Tod und verlässt das Sonnensystem in einem neuen Raumschiff mit dem Roboter, um Amelia zu retten.

 

Die Stärken:

Schöne Visualisierung von Welten, Wurmloch, Schwarzem Loch. Gut getroffene Endzeitstimmung. Die beschrieben Dystopie ist relativ glaubwürdig. Ein relativ langsamer, aber unauhaltsamer Niedergang der Erde. Geschichtsfälschung schon in der Schule dient dazu, das Volk vor dem unaufhaltsamen Ende ruhig zu halten. Der klare Hinweis mit den Staubstürmen auf die amerikanische Dust Bowl und den dort stattfindenden Raubbau mit der völlig überzogenen Gigantolandwirtschaft und ihren Monokulturen hat schon etwas ökologisches.

Die künstliche Schwekraft durch Rotation im Raumschiff war klasse, endlich mal jemand, der physikalisch glaubürdig das Thema Langzeitraumflug angegriffen hat. Auch das Thema Kälteschlaf ist die bisher glaubwürdigste Lösung.

Die gezeigten digitalen Effekte sind nicht so völlig unglaubwürdig und überzogen wie in vielen anderen SciFi-Filmen, sondern relativ dezent, teils aber wirklich massiv und wissenschaftlich bestens untermauert.

Zylinderwelten (am Schluss) als Lösung für die Besiedelung des Raums zu zeigen kommt nun mehr in Mode, das gefällt mir sehr, denn dies ist die einzige Methode, Pseudoschwerkraft im All zu erzeugen, die wir derzeit als machbar ansehen und damit erdähnlichen Lebensraum zu schaffen.

Die Visualisierung der Raumzeit im Schwarzen Loch fand ich sehr schön und gelungen.

Die Schwächen? Viele...

Zwar wurden die CGI-Effekte sehr gezielt eingesetzt, trotzdem schien mir Raumschiff und Raumgleiter fast ein wenig aus dem 20. Jahrhundert.

Das Wurmloch klingt erst mal toll. Trotzdem wäre es ein Loch, um den herum ein supermassereiches Objekt mit irrer Strahlung und vermutlich Materieeinströmung wie Plasma, wenn nicht noch schlimmerem sich befinden würde. Dort in die Nähe zu kommen, würde verdampfen bedeuten. Dann kann der Dampf eventuell durch den Raum tunneln.... Hm. Und in den Rand eines Wurmlochs zu fassen wie Amelia, stelle ich mir eher anders vor. Die Verzerrungen an den Rändern würden alles zuerreißen, vermutlich sogar die Atome.

Die Beschreibung von Planeten, die ein Schwarzes Loch umkreisen, klingt erstmal plausibel, auch dass sie je näher am Loch, umso schneller kreisen und damit realitivistische Effekte wie Zeitdilatation deutlich spürbar werden. Ein Problemchen hätt ich da, normalerweise saugt ein solches Loch immer wieder Materie ein, die dann stark mit der Umgebung wechselwirkt, so mit Plasmaausbrüchen, Strahlungsausbrüchen. Die Planeten um so ein Loch werden doch normalerweise gegrillt. Aber was weiß ich schon, vielleicht gibt es tatsächlich solch einen Ort, das Universum ist doch recht groß.

Es ist arg konstruiert, dass die Flutwellen auf dem ersten Planeten nicht bemerkt werden.

Der verrückte Wissenschaftler ist zwar glaubwürdig, aber auch hier ist die Katastrophe zu sehr herbeikonstruiert. Ein wenig Skepsis habe ich bei dem Planeten ohne festen Grund. Der Gravitationseffekt müsste aus dem Brösel-Planeten durch fortwährende zentrale Verdichtung bald eine Eiskugel machen. Na gut, die Bilder ware klasse.

.... Dass man mit Liebe aus einem schwarzen Loch entkommt, kann der Absurdität wegen bestenfalls als metaphorischer Kurzschluss gewertet werden, irgendwie musste der Film ja aus dem Loch wieder rauskommen. Soweit wir wissen, entkommt dem Ereignishorizont buchstäblich nichts.

Per Gravitationseffekt den Geist machen, na ja Poltergeist war genauso "glaubwürdig".

Für micht zwar eine ganz nette Unterhaltung, aber die Hauptstory war in vielerlei Hinsicht schwächlichst.

 

 

 

   
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