Quofum von Alan Dean Foster (Taschenbuch)

eine Einleitung:
Die alten Romane von A.D. Foster waren richtige Kunstwerke. Sie hatten so etwas wie eine Botschaft, spiegelten unsere Welt in der Zukunft verfremdet wieder. Auch hat der Autor schon mit den ersten Romanen richtig kritische Themen angepackt wie Genmanipulation, soziale Spannungen, Sklaventum etc., aber auf eine leichte, abenteuerliche Art und Weise, die ich einfach gerne gelesen habe.
Die letzten Romane des Autors flachten dagegen irgendwie ab, was ich an diesem Roman beweisen will.


Nun zu "Quofum" selbst.

Der Roman spielt im "Homanx-Universum", in der die Thranx, intelligente Insekten und die Menschen eine Allianz gebildet haben und ein gemeinsames Sternenreich mit vielen Planeten in der Galaxis bewohnen.
Die Geschichte wäre höchstens 40 Seiten wert, wenn überhaupt so viel. Ein paar Wissenschaftler werden auf einen Planeten, Quofum, geschickt, der mal da ist, und mal verschwindet (!). Das sei dem Homanx-Entscheidern nur eine Mini-Expedition mit 6 Hanseln wert, die ohne größere Rücksicherung alle auf dem Planeten landen. Gegenüber den sonst relativ durchdachten Geschichten bricht das einfach logisch nach unten durch...
Das sich einer der Expeditionsteilnehmer als Attentäter (Quarm) entpuppt und zwei Personen um die Ecke bringt, später aber dann, obwohl so abgebrüht und perfekt ausgebildet, angeblich im Raumschiff kurz darauf verrückt wird, ist für mich schlicht unglaubwürdig.
Die Idee einer multiplen beschleunigten parallelen Evolution auf Quofum ist ganz nett und für mich wirklich was neues. Jedoch fehlt der persönliche Ansatz aus "Prisma. Ein Roman des Homanx- Zyklus.", der die "Wesen" und deren Interaktionen auf der anderen Seite glaubwürdiger gemacht hätte. Ich fand das richtig flach beschrieben.
Dann gelangen die drei Überlebenden irgendwann in die Innenwelt von Quofum.
Die Geschichte der irgendwie "borgschen Integration" in die vermutliche Tar Aiym-Technologie ist auch nur halb plausibel und passt eigentlich nicht wirklich zu der lange verschwundenen Rasse.
Der Bogen zur Flinx-Saga wird über das Große Böse gefunden. Von Quofum aus soll ein "intelligenten Auslöser" einer im Zentrum der Milchstraße versteckte ultimate Waffe einsetzen.
Hatten wir das nicht eigentlich schon so ähnlich bei "Die frühen Abenteuer von Flinx (Flinx - Das Tar-Aiym Krang - Der Waisenstern - Der Kollapsar - Long-Tunnel)"?
Und das Krang hat den Mutanten Flinx ja verändert (in den "Auslöser" verwandelt?), also kann das Ende kommen, oder?
Die Geschichte wurde zum Roman aufgeblasen mit Innenbeschau der Teilnehmer, was wohl geschätzt/gefühlt 150 Seiten mehr gebracht hat.
Ich fand das besonders perfide beim alsbald umgebrachten Wissenschaftler, dessen Innenwelt wir am Anfang ausführlich erleben durften, was aber dann im Laufe der Geschichte wirklich irrelevant wurde.
Für mich wirkt die Geschichte von hinten her konstruiert. Das Ende stand fest, ein paar "integrierte" Homanx, und der Hinweis auf die ultimate Waffe gegen das Große Böse. Dann musste der Weg bis zum Buchanfang irgendwie zurück konstruiert werden, ein paar Seitenausblicke in die Quofum-Zivilisationen und bischen Mord, das war es dann.
Ich bin richtig enttäuscht.
Das selbe ist mir in immer stärker werdendenm Maße mit den letzten Flinx-Abenteuern passiert.
Ob ich den "letzten" Band lese, weiß ich nun wirklich nicht....
Für mich stellt sich wirklich die Frage, ob der Autor wirklich noch der Autor ist, oder ein bezahlter Ghostwriter

   
© Alle Rechte bleiben beim Autor!