Laufschuhe, Entwicklung oder Rückschritt

Über die Jahre habe ich nun etliche Schuhe und Schuharten zum Laufen ausprobiert. Nachdem ich einige Kauf-und Lauf - Erfahrung selbst gemacht habe, will ich davon berichten. Ein Grund ist die überbordende Werbung für Sportschuhe aller Art wie "Neutrallaufschuhe" und Schuhe für Pronation und Supination. Geht man in Sportläden oder in Kaufhäuser oder egal wohin, es wird einem immer der gleiche Einheits-Schuhsalat angeboten, inzwischen zwar endlich bunter auch für Männer, aber es bleiben die gleichen Schuhe immer der selben wenigen Marken.

Fußform und Fußtyp

Fangen wir mal mit den Füßen an, unserer biologischen Grundlage.  Da gibt es schon ganz verschiedene Fuß-Klassifizierungen: Griechischer Fußtyp (40% in Mitteleuropa)  Ägyptischer Fußtyp  (50% in Mitteleuropa) Römischer/Romanischer Fußtyp (10% in Mitteleuropa), Baltischer Fußtyp etc.. (hübscher Artikel: https://kletterschuhtest.wordpress.com/about/fussform-und-passform/) Inzwischen ist bei Wikipedia einiges dazu ergänzt worden. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9F#Allgemeines ) Es gilt herauszufinden, welchen Fußtyp man selber hat. Allgemeine Fußform, Zehenstellung, Fußgewölbe, und dann noch die Laufdynamik. Negativ aufgefallen ist mir bei vielen WebSites das billige Nachgeplapper der Sportartikelhersteller, die das Thema Supinieren oder Pronation, sowie die "Fehlstellungen" Senkfuß, Hohlfuß oder Spreizfuß  (schöne Site: http://www.joggen.net/laufschuhe/fehlstellungen-und-fusstyp/) für Werbezwecke erkannt haben, die restlichen Fußeigenschaften aber totschweigen. Beispiel für starke Vereinfachung http://www.achim-achilles.de/lauf-tipps/laufschuhe/2017-welcher-fusstyp-bist-du.html. 

Nette Selbsthilfe gegen unfähige Hersteller: http://www.faz.net/aktuell/stil/mode-design/app-ermittelt-die-wahre-groesse-beim-schuhkauf-13511694.html

Auch die Beratung in Fachgeschäften ist oft eher fragwürdig bis grottenschlecht. Das liegt in der Natur der Sache, ein Sportverkäufer ist kein Orthopäde, sondern muss Umsatz machen. (http://www.fitforfun.de/sport/laufen/ausruestung/laufschuh-laeden/lauflaeden-check-wie-gut-ist-die-beratung_aid_7434.html). Ein Orthopäde ist sich zu gut zur Schuhberatung, der will lieber Hüfte, Knie und Bandscheiben operieren. In Schufachgeschäften, die diesen Namen noch verdienen, ist die (dann in Folge) fußkranke ältere Generation so ab 70 die Zielgruppe und wird liebevoll umsorgt. Da ist aber alles bereits zu spät.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jugend-schreibt/orthopaedieschuhmacher-die-schuhmacher-bleiben-gern-bei-ihren-leisten-13499163-p2.html

Es gibt Modetrends bei den Trainern und Schuhfirmen, denen physiologisch keine empirisch beweisbare Begründung folgt, oder sogar die sogar das Gegenteil von wissenschaftlich glaubwürdigen Erkenntnissen behaupten, wie den Sachverhalt, dass es für Jogging nur durch Schuhe gut gestützte Füße sein müssen. Dabei gibt es inzwischen den Nachweis des Gegenteils, je mehr "Stützung" desto verletzungsanfälliger ist der Läufer. (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/jogging-studie-laufschuhe-belasten-gelenke-staerker-als-barfusslaufen-a-670241.html)

Besonders die Schuhbreite wird zum Schaden der Schuhträger, und das sind WIR ALLE, rein nach modischen und Designvorstellungen nur sehr schmal ausgeführt. Damit werden 95% der Füße gequetscht, und das ihr Leben lang. Die Füße werden damit systematisch verformt und verkrüppelt. Scheinbare Abschweifung: Ganz extrem waren die Fußverstümmelungen in Japan bei den Geishas oder das folternde knochenbrechende "Fußbinden" in China. Wenn man verkrüppelnde Schuhe trägt, ist der Unterschied zum "Fußbinden" in gewisser Weise nur graduell. Das ist zwar sehr überspitzt formuliert, aber sieht man sich die Fußveränderungen über die Lebensjahrzenhnte an, dann wird es klar.

Heute machen immer mehr Leute, vor allem Frauen Schönheitsoperationen an ihren Füßen, z.B. bei griechischem Fuß mit längerer Zeigezehe wird diese operativ verkürzt. Was für ein Schwachsinn, die eigene und wunderbare Anatomie zu beschädigen. Besser wäre es, die Füße mit Design zur Geltung zu bringen.

Zunächst ist damit festzustellen, dass es "den" Laufschuh für alle nicht gibt, ja nicht geben kann. Jeder Fuß ist etwas anders. Schuhe von der Stange sind damit ein Problem für alle. Es bräuchte Maßschuhe vom Schuster oder einer Manufaktur oder konfigurierbar bestellbar von der Industrie. Das gibt es aber derzeit 2015 nicht für Ottonormal-Fuß.

Das habe ich alles erst herausgefunden, nachdem ich meine eigene Lösung empirisch gefunden habe. Ich habe mein Gefühl in den jeweils gelaufenen Schuhen ernst genommen und die Schuhe angepasst, nicht "den Laufstil" oder "Dämpfungsvarianten" der überteuerten Industriesportlatschen.

Entscheidungshilfen

Man schaue sich seine eigenen Füße an: Welche Form hat der Fuß? Ist er eher länglich, oder kürzer, breit oder schmal, Zehenstellungen und Zehenlängen anschauen. Warum? Weil man aus dem Fußbild bereits unpassende Schuhformen ausschließen kann.

Orthopädisch vorbelastete Menschen (die haben schon Schmerzen!) sprechen mit ihrem Arzt vor dem Schuhkauf. Unbedingt. Unabdingbar.

Gewicht spielt eine große Rolle, schwere, untrainierte Menschen brauchen i.d.R. zu Beginn (!) mehr Stützung und Schutz. Leicht übergewichtige Menschen (ca. bis BMI»25) müssen aufpassen, stark übergewichtige Menschen sind ein Fall für den Arzt.

Es müssen bei regelmäßigem (!) Laufen mehrere Paar unterschiedlicher Laufschuhe sein. Das hat folgende Gründe:

1. Die Schuhe müssen nach dem Gebrauch einen Tag auslüften, (Entfeuchten) sonst werden sie schnell zur dauerhaften Geruchsbelästigung.

2. Kaum ein Schuh passt wirklich zu 100%, durch den Wechsel des Schuhpaars verändert sich die Belastung, das wirkt ausgleichend auf den Fuß.

3. Laufschuhe muss man (trotzdem) regelmäßig waschen. Dann braucht man was zum Wechseln. Laufschuhe, die die Waschmaschine nicht aushalten, taugen nichts.

5. Bei ganzjährigem Laufen braucht es definitiv unterschiedliche Schuhe, leichte für den Sommer und stark profilierte für den Winter, dazu später mehr.

6. Für Wettkämpfe gelten eigene Regeln, die ich mangels Erfahrung nicht kenne. Da staune ich nur noch. Bei Betroffenheit hilft der örtliche Lauf- und Sportverein sicher gerne weiter. Zitat aus Joggen online http://www.joggen-online.de/laufschuhe-im-test/wettkampflaufschuhe.html  "Wettkampfschuhe sind besonders flach und im besten Fall mit einer extrem harten Sohle ausgestattet. Damit bieten sie dem Läufer ein gutes Gefühl für den Untergrund und einen effektiveren Abdruck, je nach Härte der Sohle. Sie sind mit einem Gewicht von nur 150 bis 250 Gramm extrem leicht" Dazu später aber an anderer Stelle mehr.

4. Verkaufsmythos: Die Schuhe sollen sich laut Hersteller "regenerieren", der Kunststoffschaum in den Sohlen muss sich wieder entspannen, sonst geht die gewüschte Dämpfung weg. Insbesondere für die Zielgruppe der Nicht-Wettkämpfer, ist das ein Unfug sondergleichen die kommen eigentlich gar nicht dazu, die Schuhe auszulasten und jeden Tag zu laufen. Hauptkritikpunkt: Die Dämpfung ist ja gerade das, was den Fuß schwächt und was deshalb in der Kritik steht.

7. Obsoleszenz als Verkaufsmythos: Gleiches gilt für die angebliche maximale Laufleistung, nach der bei 600-800km, manchmal 2000 km Schluss ist, dann wäre die Dämpfung aufgearbeitet. Das wäre bei regelmäßigem Training ein paar Wochen bis wenige Monate für Marathonis. Das ist auch ein Verkaufsmythos! Wirklich am Ende sind Laufschuhe bei beschädigten Sohlen (Steine!), fehlendem Grip (abgelaufen), wenn sie quietschen (Klebung defekt, i.d.R Qualitätsmängel, hatte ich bei Adidas Schuhen) und bei beschädigtem Obermaterial, (Risse, aufgewetzt, das kenne ich von Vibram). Der Sohlen-Kunststoff wird zwar mit den Jahren spröder, aber meist geht was anderes vorher kaputt. Klar ist, dass der Umsatz angekurbelt werden muss, und wenn die Dämpfung wirklich schnell kaputt ist, dann ist es ein Qualitätsmangel, eine Obsoleszenz die als Verschleiß verschleiert wird. Immer noch gilt, dass Dämpfung eher schlecht ist. Auch hier wieder: Für Leistungssportler gelten eigene Gesetze (und Glaubensüberzeugungen, da braucht einer schon 20 Paar Schuhe pro Jahr bzw pro "Saison"). Bei Betroffenheit hilft der örtliche Laufverein sicher gerne weiter.

Heute halten Turnschuhe, Laufschuhe, Sneaker aus Kunststoffschaum nur noch kurze Zeit, so nach 3-5 Jahren sind die bei regelmäßiger Benutzung kaputtgelaufen.

siehe dazu auch http://www.joggen-online.de/anfaenger/der-richtige-laufschuh/verschlissene-laufschuhe.html

Wichtig sind Schuhe, die den Fuß nicht verkrüppeln, weil z.b. zu schmal. Adidas ist da für mich so ein Negativ-Beispiel, völlig ungeeignet für "romanische" Füße, ich muss zwei Nummern größer nehmen als bei anderen Marken, nur damit die Breite auch annähernd stimmt. Dann ist aber die Gefahr gegeben, dass man beim Laufen im Schuh vor und zurückrutscht.

Eine geringe Sprengung (=0!) ist bei gesunden Füßen vorzuziehen. Schaut halt vielleicht nicht so toll aus. Ist aber gesund.

Eine minimale Dämpfung ist vorzuziehen, sofern nicht Übergewicht eine Rolle spielt. Man muss es aber körperlich vertragen, also daran gewöhnt sein. Der Schuh sollte viel Feedback, also Bodengefühl zurück geben. Somit ist jegliche (!) Dämpfung prinzipiell schlecht.

Der Fuß benötigt Belüftung. Moderne Laufschuhe haben Netzstoffe als Obermaterial, die relativ luftdurchlässig sind.

So nebenbei zu MBT-Schuhen: Auf jeden Fall eine gute Einnahmequelle für die Schuh-und Gesundheitsindustrie, sauteuer, aber aus meiner Sicht auf halbem Weg zum natürlichen Laufen stehengeblieben.

Trend oder Trottelei: Natural Running und Barfußlaufen

Wir sind aufgrund unserer Biologie als Jäger und Sammler "Barfußläufer" mit einem geschätzem Laufbedarf von ca. 15-20 km pro Tag. Das entspricht also bis zu 140 km pro Woche Laufleistung. Das schaffen heute im zivilisierten Europa nur noch ambitionierte Sportler. Auch wenn Statistiken von vielen Millionen Läufern ausgehen (laut leichtathlethik.de in 2014  sind 27% der Bevölkerung in DE sogenannte "Läufer") sind da halt viele statistische Leichen dabei, sonst würden wir uns ständig beim Laufen, Joggen, Running über den Weg laufen. Aber hallo: das ist nicht der Fall. Da ich die Statistik nicht selbst gefälscht und verifiziert habe, vertraue ich auf meine Erfahrung und schätze, dass die Anzahl der wirklich aktiven Läufer vielleicht im 1-3 % Bereich der Bevölkerung liegt (davon die Oberschicht mit 260.000 aktiven Wettkampfteilnehmer in DE bei 80 Mio macht 0,3%). Und von denen erreicht auch nicht jeder immer die 140 km/Woche Laufleistung.

Wir verhalten uns somit nicht mehr "artgerecht" und büßen das mit "Zivilisationskrankeiten". Die Krankenkassen kontern das mit kostenlos verteilten Schrittzählern und "10.000-Schritte-Programm" (Achtung, das entspricht grade mal 3-4 Kilometer Gehen, eigentlich ein Witz!) etc.

Zum Schuhwerk: von den steinzeitlichen Sandalen, Mokasins haben wir uns inzwischen getrennt (na ja) und das Schuhwerk weiterentwickelt, es hat echte Blüten getrieben. Wenn ich mir den italienischen Stil, Typ Schnabelschuh, ansehe, bei dem die Schuhe zwar sehr elegant aussehen, aber die Füße schlicht verkrüppelt werden, oder die Highheels, die den Fuß ebenfalls verkrüppeln, sind das schon bedenkliche Entwicklungen.

Also gibt es inzwischen Gegentrends, die das "natürliche Laufen" wieder in den Mittelpunkt stellen. Lassen wir mal die reinen Barfuß-Läufer außen vor, dann gibt es eine Abstufung von stark stützendem und stark gedämpften "Ortho"-Schuhen über gedämpfte "normale" Laufschuhe zu schwach gedämpften "Natural Running" Schuhen bis zu den sogenannten "Barfuß"-Schuhen mit minimaler Dämpfung, und da als letzte Grenze vor dem Barfußlaufen, den Zehenschuhen praktisch ohne Dämpfung.

Gesund ist Geil!

Je natürlicher das Laufen, desto besser. Eigentlich. Uneigentlich aber doch nicht. Klar, Barfuß geht heutzutage einfach nicht sinnvoll, da abgesehen von den meist wenig toleranten Mitmenschen auch praktische Erwägungen in den Städten dagegen sprechen. (Glasscherben, Dosenteile, scharfer Splitt, Hundekot auf den Straßen etc.) Somit benötigt man einen Kompromiss aus reduziertem Schuh und Sohlenschutz. Nun wird es aber doch kompliziert. Da es vom Laufstil, der Anatomie und dem Gewicht abhängt, gibt es aus meiner Sicht genügend Menschen, die mit Neutrallaufschuhen (zunächst, übergangsweise) nach wie vor am Besten fahren. Je weniger Übergewicht, desto eher kommen langfristig Natural-Running- oder auch Barfuß-Schuhe in Betracht.

Laufstil und Laufschuhe

Es gibt keinen generellen optimalen Laufstil a la "Vorfußlaufen" oder wie auch immer. Das ist schlicht individuell und auch direkt von der Laufgeschwindigkeit abhängig. Pi mal Daumen: Plattfuß-Walking (5-6 km/h), Fersen-Joggen (6-10 km/h), Vorfuß-Running (so ab 8-12 km/h).  Wobei Fersen-Laufen auch Schuh-bedingt sein kann, siehe oben...

Generell gilt: nicht übertreiben. Wenn es weh tut, war es nicht richtig oder zuviel. Egal welcher Laufstil.

Zu Wettkampf-Laufen will ich nichts sagen, das mögen Experten und Experten-Gläubige unter sich ausmachen. Klar zu sein scheint mir, je bewusster gelaufen wird, und damit auch in Richtung Vorfußlaufen, desto mehr Kontrolle möchte man mit seinem Fuß haben. Das bieten meiner festen Überzeugung nach nur Minimalschuhe, "echte" natural running Schuhe oder Zehenschuhe. Wettkampfschuhe sind ebenfalls sehr minimalistisch, und nicht nur des geringen Gewichts wegen. Nehmen wir die großen Marken, die ihre Standard-Kollektionen leicht überarbeitet mit etwas flexiblerer Sohle als "natural running" anbieten, dann betrachte ich das jedoch als typische Werbelüge.

Querfeldein, Tartanbahn, oder etwas dazwischen?

Wer Trailrunning macht, benötigt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Trailschuhe mit stabiler und stark strukturierter Sohle. Muss aber nicht sein auch hier geht es minimalistisch. Wichtig ist aus meiner Sicht ein Prallschutz für die Zehen beim Querfeldeinlaufen, auch wenn das von manchen belächelt wird.  Wer nicht so querfeldein läuft, sondern auf befestigten Wegen, ist mit "normalen" Laufschuhen gut bedient. Wer jedoch auf der Tartanbahn trainiert, oder sagen wir eher rennt, wird wohl die Wettkampfschuhe mit Spikes bevorzugen.

Jahreszeiten bestimmen den Schuh

Im Sommer trage ich gerne Zehenschuhe, inzwischen sehr selten noch "Natural Running" Schuhe mit geringer Sprengung.

Für Frühling und Herbst kommt es auf das Wetter an, in der Regel kann auch fast immer mit leichten Schuhen gelaufen werden.

Im Winter gelten andere Regeln für Schuhe. Griffigkeit, Nässeschutz Trittsicherheit haben Vorrang vor gefühlsechtem Bodenkontakt. Bei Eis und Schnee taugen nur relativ steife Trailschuhe, Zehenschuhe bieten da bisher kein hinreichendes Profil, vom Nässefaktor mal ganz abgesehen. Normale Laufschuhe sind nur ohne Schnee verwendbar, die Sohlen sind ansonsten (Stand 2014) in der Regel nicht griffig genug, Ausrutschen ist sonst sicher vorprogramiert. Man sieht aber erste Leichtlaufschuhe mit noppenähnlichem Profil im Vorfußbereich (Adidas und andere), also auch hier beginnen die Hersteller mehr dem Bedarf entgegenzukommen statt in patrizierhafter Manier dem Läufer vorzuschreiben, mit was er zu laufen habe.

Die Griffigkeit hat bei Eis und Schnee wirklich ihre Berechtigung. Von diesen Schuhen habe ich zuerst nur die ziehmlich charakteristischen Stollenabdrücke im Schnee gesehen. Die musste ich haben und habe es nicht bereut.

Resumee:

Schuhe sollten auf ihre Schutzfunktion reduziert werden, und nicht gesellschaftlichen Trends und Moden wie Dämpfung folgen, die die Füße schädigen, und langfristig verkrüppel. Barfußlaufen ist die extreme Variante davon. Das muss und kann nun auch nicht für jeden sein. Glassplitter im Fuß sind nun aber auch wirklich keine gute Sache, in Stadtnähe jedoch garantiert.

Ein guter Kompromiss sind "Barfuß"-Schuhe, die mit sehr dünnen Sohlen immer noch ein normaler Schuh sind, aber viel mehr Bodengefühl zurückgeben.

Etwas extremer sind dann Zehenschuhe, die dem Barfußlaufen schon sehr nahe kommen. Auch wenn das für viele wegen den Aussehens nicht in Frage kommt, ist das doch aktuell eine der besten Alternativen. Man fühlt den Boden, die Zehen können ihre natürliche Funktion wieder ausüben. Das bieten die "Barfuß-Schuhe so nicht an, auch die "natural running" Schuhe sind nur etwas abgespeckte "normale" Schuhe mit endlich flexiblerer Sohle.

Der Schuh von morgen

Bei Heise meldet man über Adidas: Produktionsroboter direkt in den Läden: Adidas will schneller werden http://www.heise.de/newsticker/meldung/Produktionsroboter-direkt-in-den-Laeden-Adidas-will-schneller-werden-2585913.html. Oder hier: mi adidas - Maßangepasste Schuhe wie die Profis. http://www.welt.de/welt_print/article3831384/mi-adidas-Massangepasste-Schuhe-wie-die-Profis.html. Direkt bei Adidas http://www.adidas.de/personalisieren sieht man auch nur wieder Schuhe "von der Stange" und personalisiert heißt hier nicht Kundenauftragseinzelfertigung sondern grober Baukasten und privates Label drauf. Wenn man die Kommentare über deffekte Klebungen etc. ließt, ergibt sich zur Zeit noch kein gutes Bild. Adidas fischt im trüben, Zitat zu "Speedfactory": Ich weiß zwar noch nicht, wie die Ergebnisse genau aussehen werden, aber ich sehe enormes Potenzial. Au weia...

Beim Nike Flyknit (Werbebeitrag von Nike: http://www.beingfitisfun.com/der-stoff-aus-dem-die-traume-sind-der-nike-free-tr-5-0-flyknit/ )  sieht man einen anderen Aspekt, der gewebte Schuh, hier in Mädchenrosa für die Tweenies in den Fitness-Studios. Das ist auf jeden Fall mal ein Markt.

Ähnlich sind auch die Manufakturen wie Lunge z.B. Laufschuhe, zwar von Hand (http://www.lunge.com/produkte/adagio/), jedoch erschließt sich mir im onlineshop  noch keine "kundenfußorientierte" Fertigung. Auch Senmotic ( http://www.senmotic-shoes.eu/  ) bietet vollmundig Zitat: "Barfußschuhe aus der Manufaktur", das wird aber nicht wirklich gehalten. Immerhin sind die Schuhe absatzlos.

Einen anderen Ansatz verfolgt  http://swissbarefootcompany.ch/ mit den "Protection Socks". Meins wärs ja nicht...

Wenn man diese Ansätze nun zusammen nimmt, käme bestimmt ein gesunder Schuh heraus. Echte Kundenauftragseinzelfertigung auf Basis eines 3D-Abbilds von beiden Füßen. 3D-Gestrickt, gewebtes Material aus Funktionsstoff, Farblich frei beschichtbar oder mit dünnem ebenfalls gewebtem Obermaterial gestaltbar.

Wahlweise sollte eine Ausführung als Zehenschuh oder konventionellem Schlauchschuh möglich sein. Gewünscht sind dünne Hitech-Sohlen nach medizinisch-biologischem aktuellem Stand mit Schutzfunktion bei Bedarf und möglichst viel Rückmeldung des propriozeptiven Systemes unserer Füße.  Sehr geeignet ist so etwas automatisch auch für medizinische/orthopädische Schuhe, da eben Maßanfertigung. Mit der Integration von Stützelementen durch 3D-Druck oder 3D Formschneiden wäre so etwas das Konzept für die Schuhe der Zukunft.

   
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