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Category: Laufkleidung
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Wenn es Winter wird

Knirscht der Schnee, knackt das Eis? Dann raus zum Laufen!

Zunächst kam es für mich nicht in Frage, im Winter zu laufen. Vieel zu gefäährlich. Da wird man doch krank! Bei dem Wetter raus gehen, bist Du wahnsinnig? Und die Kälte: Schlotter. Bibber. Zitter...

Alles Quatsch.

Mit geeigneter Kleidung und Schuhwerk ist Laufen im Winter kein Problem. Einzige Ausnahme: Matschwetter oder kräftiger Regen. Da habe ich noch keine Lösung gefunden. 1,5 h im Regen oder im Schneematsch mache ich freiwillig nicht, da bleibe ich Weichei! Man wird definitv von Außen klatschnass und wenn dann etwas Wind dazu kommt, kühlt mann krass schnell aus.

Nun zurück zum Winter. Bis zum Spätherbst kann man zumindest Mittags bei angenehmen Temperaturen noch gut laufen. Sobald aber das Termometer unter 10°C fällt, wird es für viele "Winter" und die Anzahl der Läufer nimmt sofort drastisch ab.

Das muss nicht sein.

Was sind die Herausforderungen?

Frieren, Kaltschweißig werden und Auskühlen. Der Wind-Chill-Effekt macht sonst noch akzeptable Lufttemperaturen schnell sehr unangenehm. Klar muss sein, dass man beim Winterlauf etwas friert und wesentlich mehr Energie verbraucht. Auch eine schnelle Wetterverschlechterung kann richtig gefährlich werden.

Gegen Kälte:

Dem wird mit geeigneter Winterkleidung ein zusätzlicher Isolationsschutz entgegengesetzt.  Zwiebelprinzip anwenden, also so viel Funktionskleidung in Schichten anziehen, dass einem beim Laufen nicht friert. Winterlaufsachen taugen heutzutage gut. Die Kunst liegt darin, nicht zuviel anzuziehen, aber genug um nicht unterwegs zu merken, dass man doch zu leicht angezogen war. Je nach dem merkt man es eventuell zu spät um unbeschadet umzukehren. Zuviel Kleidung isoliert zu gut und man bekommt einen Hitzestau. Wer sich zu dick anzieht, wird stark schwitzen, und dann wird die Kleidung schnell zu nass, damit klamm und man beginnt erst recht zu frieren. Vorsicht, dann hat man genau das Gegenteil erreicht von dem was man will, nämlich statt warm angezogen sein, friert man kräftig.

Gerne wird der Hinweis kopiert, dass es dann richtig sei, wenn man die ersten 10 min friert, dann aber, wenn der Körper in Schwung gekommen ist, und damit die Wärmeproduktion, sich ein angenehmens Gefühl einstellt. Na ja, das kann ich für mich so nicht bestätigen. Wenn ich nach zwei Minuten noch friere, dann bleibt das meist auch so. Richtig ist, dass man im Ruhezustand etwas frieren kann. Wieviel jeder verträgt, ist schlicht unterschiedlich. Das verändert sich auch deutlich mit dem Trainingszustand, je besser der ist (je schneller die Laufgeschwindigkeit ist), desto mehr Kälte kompensiert man.

Schwitzen:

Wer Sport treibt, schwitzt, auch im Winter. Zu vermeiden ist kalter Schweiß auf der Haut, der Wind, und sei es nur der vom Laufen, unterkühlt den Körper sonst sehr schnell. Der Trick ist, etwas Schwitzen zuzulassen, aber auch nicht zuviel Wind und damit Kälte an die Haut direkt zu lassen. Die Funktionskleidung leitet zumindest einen Teil des Schweißes direkt von der Haut weg. Wenn die Feuchtigkeit dann verdampft, kühlt das den Körper. Es muss also ausbalanciert sein.

Oh weh, Eis und Schnee?

Schuhe: Dem begegnen wir schlicht mit geeigneten Schuhen. Hier eignen sich Trailschuhe mit wirklich ausgeprägtem Profil. Gute Schuhe erkennt man an den Spuren im Schnee mir relativ groben Stollen und damit viel Griffigkeit.

Socken: Es gibt dickere Funktionssocken, z.B. einfach Trekkingsocken nehmen. Man sollte kalte Füße nicht unterschätzen.

Wenn es mal etwas mehr als 5cm Schnee hat, können zusätzlich Gamaschen helfen, die sind dann ein Ersatz wie ein Stiefelschaft und schützen Lauftight und Schuhe vor schnellem Durchnässen.

Tight: Wintertight, hier gibt es auch Abstufungen, von etwas dickeren Winter-Tights bis zu denen mit Windschutz-Einlagen auf den Oberschenkeln. Das bewährt sich bei Wind und deutlichen Minusgraden wirklich wunderbar.

Unterwäsche: bei Bedarf auch lange Funktionsunterhose, auf jeden Fall langes Funktionsshirt (Longsleeve)

Shirt: Longsleeves, möglichst mit hohem Kragen. Für mich sind die besten Shirts die mit angerauhter, meist flauschiger Innenseite und glatter Außenseite.

Jacke: erforderlich bei Wind, Windbreaker-Jacke, auch dicker bei deutlichen Minustemperaturen.

Handschuhe: hängt von Außentemperatur ab, bei deutlichen Minusgraden empfohlen. Ich trage sie so ab  weniger als 10 ° C, je nach Wind.

Mütze: Pflicht, Schutz vor Auskühlen des Kopfbereichs (Stirnband tut es auch) Beanie-Form nur bei entsprechender Haarmenge verwenden.

Nackenschutz, Mundschutz: je kälter, desto nötiger.