Über Laufshirts will ich auch ein Wörtchen verlieren.

In den letzten Jahren hat sich einiges getan, die Stoffe leiten den Schweiß immer besser nach außen ab. Die Schnitte werden funktionaler, d.h. an den Körper besser angeformt.

Gimmicks

Es gibt aber auch Auswüchse, wie bei Adidas, mit den flächenhaften Silikonaufdrucken auf dem Stoff, dort schwitzt es sich prächtig und klebrig darunter. Es schaut ein bischen wie beim Kleben mit Kinesiotape aus. Für mich ist das modischer Schnickschnack, der die Funktion einschränkt. Schließlich kaufe ich Funktionswäsche, damit der Schweiß abtransportiert wird, und nicht, damit ich obendrüber dann alles mit Silikon wasserdicht abblocke.

Brustwarzen schützen

Runners Nipples sind wirklich ein Problem ab ca. 10 km Laufstrecke.

Wenn das Laufshirt locker ist (bzw. die Körperform nicht passt), dann scheuert es irgendwann, so ab 8-10 km aufwärts die Brustwarzen blutig. Das macht nicht nur Flecken, sonder tut richtig weh. Mir hat "anscheuern" völlig gereicht, das passiert mir hoffentlich nicht wieder.

Lösung:

- körperenger Schnitt, funktioniert nur, wenn es dann nicht reibt. Manche Shirts passen, andere taugen da nichts.

- Kompressionsshirt: Das liegt entsprechend eng an und mit der Kompression ist sichergestellt, dass da nichts aufreibt.

- eng anliegendes Funktionsunterhemd oder Kompressionsunterhemd tragen

- das Abkleben der Brustwarzen mit Leukoplast oder Hansaplast (na ja, meins ist das nicht)

Kompressionsshirts

Es ist völlig klar, dass Kompressionsshirts nur für normalgewichtige oder athletische Typen problemlos ist. Mit Bauchkugel oder etlichen Speckrollen sieht man im Kompressionsshirt albern aus. Leider, denn die Shirts sind wirklich gut beim Laufen. Sie leiten den Schweiß besser ab. Der eigentliche Vorteil von Kompressionskleidung ist, dass sie den venösen Rückstrom unterstützt, und Muskeln und Fett an den üblichen Stellen hält. Es schwabbelt weniger. Das ist auch für Dickere von Vorteil, da Gewebeschonend

Zwischenlösung, meine Lösung: Dünnes shirt über Kompressionsshirt drüberziehen und die Bauchkugel fällt nicht mehr so auf.

Sommer

schlicht Wetterabhängig, wenn es warm ist, kurzärmeliges Laufshirt, wenn es heiß und schwül ärmellos. (Sonnenschutz nicht vergessen!)

Im Sommer, bei richtiger Hitze, klappt dann nur ein eng anliegendes Shirt oder Kompressionsshirt.

Übergangsjahreszeiten

Hier passt man die Dicke und Schichtzahl der Temperatur an. Mehr wie drei Schichten einschließlich Windbreaker braucht es kaum hier in den gemäßigten Breiten.

Winter:

"Longsleeves" mit Funktionsunterhemd oder Komporessionsshirt. Ich achte persönlich auf einen hohen Kragen, für die wirlich kalten Tage.

Farben

Hier gibt es zwei Argumente. Laufe ich auch über Verkehrsstraßen oder an Straßen entlang, kann es aus Sicherheitsgründen gar nicht bunt, neonfarben und reflektierend genug sein. Gleiches gilt für Nachts, da sind meiner Meinung nach zusätzlich LED-Leuchten (oder LED-Bänder) reiner Eigenschutz.

Laufe ich nur auf wenig frequentierten Wegen in der Natur, spielt die Farbwahl keine Rolle. Mut zu Bunt und Neonfarben!

Qualität

Das Grundproblem: durch die Globalisierung kommt alles aus den Sklavenfabriken in Asien. Die Markenlabels kaufen nur noch zu, man kann nicht generell sagen, was gut ist oder weniger gut. Manchmal sind die Discounter-Noname Shirts von erstaunlich guter Qualität, manchmal die Saisonware der großen Marken erschreckend lumpig, völlig unabhängig von Preis und Design. Und umgekehrt.

Für mich gilt: Je feiner der Stoff, desto besser leitet er derzeit die Feuchtigkeit nach außen. (Stand 2014) Es soll auch gröbere Stoffe mit gleicher Wirkung geben.

Bei etlichen Stoffen gibt es eine Innenseite, meist rauher, und eine Außenseite, meist glatter, glänzender. Das ist bei dickeren Stoffen für Übergang und Winter ein Vorteil beim Feuchtetransport.

Leider sieht man dem Stoff die Qualität seiner Funktion nicht an. Selbst beim Probe-Anziehen fühlt es sich gut an, aber wenn man damit läuft, kann es passieren, dass man böse enttäuscht wird, weil der Schweiß bei moderatem Training schon nicht verdunstet, sondern im Shirt gehalten wird. Da hat sich ein Funktionslaufshirt von Adidas mit 30€ so schlecht wie ein Baumwollshirt herausgestellt. Umgekehrt haben Lidl-shirts perfekt abgedampft.

Waschen

Wichtig ist, dass nicht mit Weichspülern gearbeitet wird, da die den Fasern eine zusätzliche Schicht Tenside verpassen, und damit die Feuchtigkeitsleitung reduzieren oder auf Ebene von Baumwolle bringen.

Es gibt nun bereits Spezialwaschmittel für Funktionswäsche. Bei sehr kalkhaltigem Wasser macht das gelegentlich Sinn, um die Kalkseife zu lösen. Kann man aber auch mit Essig oder Zitronensäure machen, (vorher Farbechtheit prüfen....)

 

   
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